Är ward nimmär gäsähn!

Am Freidach war där Dach där Dache. Bräsident Barock Obämä schniffälde Dräsnor Friehlingslufd. Dä Säggssche Zeedung schreibd, äs warn 1026 Minudn Obämä in Dräsdn schreibm sä. Ville gäsähn had där Dräsdnor vor Ord ni, mähr Gligg hadde man dänn schon vorm Färnsähr odr pär Leifschdriem ibers Indernäd. Was ham mir alläs gesähn: Dä Frau Märgl had dän Obämä ausn Fädrn gehold am Freidach. Dann sin se zesamm ins Griene Gäwälbe  gedaggld. Bissl gäquoadschd, Brässe abgefrieschdigd. Dann gings 150m mit där Limuusienä zur Fraungirsche. Mächdch gäschdaund had da där Obämä ibers Bauwerch. Där Zuschauär had och mächdch gäschdaund – iber dä Frau Orosz und ihr Bonbongleedchn. Ärinnerdä ä bissl an Dolores Umbridge aus däm lädsdn Härrie Boddr Fülm. Nischd mit “Mied un Gried”. So schnäll, wie är gägomm war, is är och schon wiedor wäch gäwesn. Där andorsweidisch bäschafdichde Dräsdnor had dän goansen Würbl nur durschdä nervsch gäschbärrdn Briggn un Schdroaßn wahrgänomm. Sonsd had där Bräsidend in dän Schdroaßnziegn noch bleimdän Eendrugg hindorlassn. Hier un dord fladdord noch nä Flaggä mid Stärnschn und Streefn und ä gäwissäs “Nu, mir gönn!” Gäfiehl is bei dän Mänschn och no ze spiern.

[ T r a n s l a t i o n : Aus den Augen, aus dem Sinn - Am Freitag letzter Woche war es soweit, Barack Obama schnuppert Dresdner Frühlingsluft. Die Sächsische Zeitung schreibt, es waren genau 1026 Miunten, die der US-Präsident im schönen Dresden verbracht haben soll. Wie die Rechnung funktioniert, ist nicht nachvollziehbar - vielleicht wurden die Wachzeiten des Präsidenten zur Kalkulation herangezogen. Der Dresdner jedenfalls hat vor Ort nicht viel vom Präsidenten zu sehen bekommen. Wer den Besuch dagegen am heimischen Fernseher oder per Live-Stream übers Internet verfolgt hat, konnte mehr Obama sichten. Die Berichterstattung reichte vom Weckruf der Kanzlerin vor dem Hotel Kempinski über den Gang ins Grüne Gewölbe, die Pressekonferenz im Schloss, die 150m Limousinenfahrt zur Frauenkirche und deren Besuch durch den US-Präsidenten. In bleibender Erinnerung bleibt sicher die Dresdner Oberbürgermeisterin Helma Orosz in ihrem Bonbon-Rosa-Kleid, die an eine Figur aus Harry Potter - Dolores Umbridge - erinnerte. Ansonsten kam keiner wirklich ran an den Präsidenten, kein kleiner und kein großer Fan.

Der weniger an Obama interessierte Dresdner hat den ganzen Wirbel um die Sicherheit des Präsidenten nur selbst über die gesperrten Brücken und Straßen zu spüren bekommen. Nichtsdestoweniger ist auch in der neuen Woche noch etwas vom Obama-Fieber in der Stadt zu spüren. An einigen Ecken sind noch flatternde "Stars and Stripes" zu sehen. Aber auch ein gewisses "Nu, mir gönn!" Gefühl ist bei den Dresdner zu spüren. Vielleicht auch gerade im Hinblick auf die in den Medien rund um die Uhr präsente und weit gefürchtete Weltwirtschaftskrise ein sächsischer Schlachtruf, der noch lange nach dem Besuch des US-Präsidenten für ein "Jetzt erst recht!" stehen kann.]