Monatsarchiv für Juni 2009

 
 

Är ward nimmär gäsähn!

Am Freidach war där Dach där Dache. Bräsident Barock Obämä schniffälde Dräsnor Friehlingslufd. Dä Säggssche Zeedung schreibd, äs warn 1026 Minudn Obämä in Dräsdn schreibm sä. Ville gäsähn had där Dräsdnor vor Ord ni, mähr Gligg hadde man dänn schon vorm Färnsähr odr pär Leifschdriem ibers Indernäd. Was ham mir alläs gesähn: Dä Frau Märgl had dän Obämä ausn Fädrn gehold am Freidach. Dann sin se zesamm ins Griene Gäwälbe  gedaggld. Bissl gäquoadschd, Brässe abgefrieschdigd. Dann gings 150m mit där Limuusienä zur Fraungirsche. Mächdch gäschdaund had da där Obämä ibers Bauwerch. Där Zuschauär had och mächdch gäschdaund – iber dä Frau Orosz und ihr Bonbongleedchn. Ärinnerdä ä bissl an Dolores Umbridge aus däm lädsdn Härrie Boddr Fülm. Nischd mit “Mied un Gried”. So schnäll, wie är gägomm war, is är och schon wiedor wäch gäwesn. Där andorsweidisch bäschafdichde Dräsdnor had dän goansen Würbl nur durschdä nervsch gäschbärrdn Briggn un Schdroaßn wahrgänomm. Sonsd had där Bräsidend in dän Schdroaßnziegn noch bleimdän Eendrugg hindorlassn. Hier un dord fladdord noch nä Flaggä mid Stärnschn und Streefn und ä gäwissäs “Nu, mir gönn!” Gäfiehl is bei dän Mänschn och no ze spiern.

[ T r a n s l a t i o n : Aus den Augen, aus dem Sinn - Am Freitag letzter Woche war es soweit, Barack Obama schnuppert Dresdner Frühlingsluft. Die Sächsische Zeitung schreibt, es waren genau 1026 Miunten, die der US-Präsident im schönen Dresden verbracht haben soll. Wie die Rechnung funktioniert, ist nicht nachvollziehbar - vielleicht wurden die Wachzeiten des Präsidenten zur Kalkulation herangezogen. Der Dresdner jedenfalls hat vor Ort nicht viel vom Präsidenten zu sehen bekommen. Wer den Besuch dagegen am heimischen Fernseher oder per Live-Stream übers Internet verfolgt hat, konnte mehr Obama sichten. Die Berichterstattung reichte vom Weckruf der Kanzlerin vor dem Hotel Kempinski über den Gang ins Grüne Gewölbe, die Pressekonferenz im Schloss, die 150m Limousinenfahrt zur Frauenkirche und deren Besuch durch den US-Präsidenten. In bleibender Erinnerung bleibt sicher die Dresdner Oberbürgermeisterin Helma Orosz in ihrem Bonbon-Rosa-Kleid, die an eine Figur aus Harry Potter - Dolores Umbridge - erinnerte. Ansonsten kam keiner wirklich ran an den Präsidenten, kein kleiner und kein großer Fan.

Der weniger an Obama interessierte Dresdner hat den ganzen Wirbel um die Sicherheit des Präsidenten nur selbst über die gesperrten Brücken und Straßen zu spüren bekommen. Nichtsdestoweniger ist auch in der neuen Woche noch etwas vom Obama-Fieber in der Stadt zu spüren. An einigen Ecken sind noch flatternde "Stars and Stripes" zu sehen. Aber auch ein gewisses "Nu, mir gönn!" Gefühl ist bei den Dresdner zu spüren. Vielleicht auch gerade im Hinblick auf die in den Medien rund um die Uhr präsente und weit gefürchtete Weltwirtschaftskrise ein sächsischer Schlachtruf, der noch lange nach dem Besuch des US-Präsidenten für ein "Jetzt erst recht!" stehen kann.]


Är is da! – Gaos bur!

Bräsident Barock Obämä is gestern bingdlisch gurz vor 9e offm Dräsdnor Fluchhafn geloandäd. Ab däm Zeedbungd ging och so gudd wie goar nischd mähr in dor Schdad. Unsr Bragdigand had sisch, schlau wie är nu ma is, bei Zeeden ausm Schdaub gemachd. Dä Frau Lau hadde mid dän Widrischgeedn där Bollizeiabschbärrungn ze gämbfen. Abor, doas muss och hier ärwähnd sin, die machn och blos ihorn Schob. Gesähn had man ni viel vom Obämä, ä baar Flieschor sin nundor gämachd, leidor ändgechn dor sonstchn Eefluchschneise, sonst gäb äs ä scheenes Büld och von uns. Där geneichde Läsor gann och bissl bei Dwiddor guggn, da ham baar findschä Dräsdnor een oder zwee Büldor von där Garosse däs Obämä gegnibbsd – wie är dursch dä Schdraßn vom scheen Dräsdn diesd. Heide stähd noch bissl Guldur offm Brogramm, dä Fraungürsche gibbds doch firn Obämä. Hier wird är bäsungn, doas bärischdädn geheeme Quellen, also ni värrodn. Danoch dä Frau Märgl und noch bissl Brässe, dann is är och schon wiedor wäch und irchendäwann läufd äs och midm Värgähr wiedor! Un mir ham nischd mähr ze dun.

[ T r a n s l a t i o n : Barack Obama ist in Dresden - Chaos an allen Ecken! Barack Obama ist gestern kurz vor 21 Uhr am Dresdner Flughafen eingetroffen. Den gesamten Nachmittag und insbesondere ab dem Zeitpunkt der Ankunft des US-Präsidenten befand sich die Innenstadt Dresdens im Ausnahmezustand. Verkehrstechnisch ging so gut wie nichts mehr. Straßen und Brücken wurden gesperrt. Unser Praktikant hat sich frühzeitig aus dem Staub gemacht, Kollegin Lau bekam die Auswirkungen lückenloser Polizeiabsperrungen am eigenen Leib zu spüren. Ihre Heimreise verzögerte sich um ein paar Stündchen. Leider haben die Maschinen, die den US-Präsidenten und sein Gefolge nach Dresen gebracht haben, eine Einflugroute gewählt, die nicht über die Stadt führte, deshalb auch kein Bild der Redaktion an dieser Stelle. Einige Bilder können jedoch von findigen Dresdner Twitterern im Netz eingesehen werden, beispielsweise ein paar Schnappschüsse der Wagenkolonne. Am heutigen Freitag steht noch etwas Kultur für Obama im Programm. Der Frauenkirche wird offensichtlich doch ein Besuch abgestattet. Hier erwartet ihn, wie uns Quellen unterrichteten, unter anderem ein Chorkonzert. Danach folgt das bekannte Gespräch mit Kanzlerin Merkel und der Gang vor die Presse, bevor er nach Thüringen weiterreist.]


Heide wird’s vorriggd!

Null Dache, heide gommd är – där US-Bräsident wird heide Amd geechn 9e im scheen Dräsdn eindrudln. Dä goanse Schdad is ausm Heisl. Iberall wimmld äs von Bollizei, offm Loande, ze Wassor un in där Lufd. Sälbsd gäsähn vom Obämä Sonderzuch (Schdroaßnboahn). Mir sin och iborall in där Brässe, meisd bosidiev, manschma och mid ä bissl Gridig – abor wo Freidängor sin gibbds bäräschdichdor Weese och immär zwee un mähr Seidn. Mir machn weidor, gähd eeh nimm mähr loangä. Dän een odr andorn wirds frein, dän andorn ni!

Morchn frieh um 9e sull där Obämä dä Frau Märgl dräffn. Um 10e gähd äs vor dä Brässe. Ma guggn, ob mir och ä bissl Obämä ze sähn griechn. Wull ähr ni!

 

[ T r a n s l a t i o n : Heute wird es verrückt - Der Countdown ist abgelaufen, heute kommt Barack Obama nach Dresden. Gegen 21 Uhr soll er auf dem Dresdner Flughafen landen. In der ganzen Stadt wimmelt es von Polizeikräften, die ihrer Arbeit nachgehen. Zu Lande, zu Wasser und in der Luft sind sie unterwegs. Dies kann sicher jeder Dresdner selbst bestätigen und die Redaktionsmitglieder konnten es aus der Obama-Straßenbahn ("Welcome Mr. President") mit eigenen Augen sehen. Auch wir selbst sind überall in der Presse zu finden - mal mit positiven Kommentaren und mal auch mit eher kritischen Meinungen. Aber Dank freier, demokratischer Grundordnung ist das nicht nur erlaubt, sondern auch gewünscht. Wir machen weiter, denn lange wird es nicht mehr gehen. Dies wird die Kritiker freuen, andere werden uns sicher vermissen!

Morgen früh gegen 9 Uhr wird Barack Obama mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammentreffen. Voraussichtlich gegen 10 Uhr wird der US-Präsident vor die Presse treten. Ob und wie viel wir, und die Dresdner, von Barack Obama zu sehen bekommen ist mehr als unsicher. Aber wie sagt man so schön: " Schau'n wir mal..."]


Obama Gardoffl im Zweden

Wie mir schonn bärischdäd ham. Där Ginsdlor Thomas Preibisch had dän Obämä abgädruggd. Jädsd gönn mir uns nä ganse Ägge mähr vom Obämä als Gardoffl anguckn. Där gäneichde Läsr gliggd hier un hier, da gibbd äs woas zum Guggn! Doas ZädDeeäFf hoad än Indorviuu midm Ginsdlor vor där Fraungürsche gämachd, gommd heide geechn Middach!

 

[ T r a n s l  a t i o n : Obama-Kartoffel im ZDF -Wie schon berichtet, hat der Künstler Thomas Preibisch US-Präsident Barack Obama als Kartoffeldruck verewigt. Jetzt können alle Interessierten sich mehr davan ansehen. Wenn es interessiert oder eventuell darüber nachdenkt, einen der limitierten Drucke zu erwerben kann hier und hier klicken. Gestern hat das ZDF in knapp 90 Minuten alles aus dem Künstler herausgeholt, was es über ihn und sein Schaffen zu wissen und berichten gibt - natürlich vor ansprechender Kulisse auf dem Neumarkt vor der Frauenkirche. Der Beitrag wird voraussichtlich heute im Mittagsmagazin ausgestrahlt werden.]


1 Dach noch… und allä dreen dursch!

Da weesde goar ni, wo dä anfang sullsd. Mir värsuchn äs drodsdäm: Gäsdorn wurdn dä Limesien vom Barock in Dräsdn gäsischdäd. Zwee schworze Gaddilacks – diggä gepoansord sacht dä äSZätt. Dä Fahror mussdn sischer och ibm, so wie dä Hubschroauborbilodn. Där een odr andrä wird’s midgägriggd ham, wär reenewägs vorriggd gäsdorn am Himmel. Zäune stähn och iberoall, dä Durisdn missn sisch wie Gnasdies vorkumm. Alläs sähn sä nur dursch Mädall. Hodels sin ausgäbuchd, wechen dän gansen oadminisdradivn Midreesendn vom US-Bräsidendn. Bauschdälln ruhn, ni doas äs da sonsd fix zugähn wirde. Im Zwingor wird Groas geschnibbld- alläs schick firn Obämä. Broand agduäll: Obämä bäsuchd woahrscheinlisch dä Fraungürsche goar ni! Stähd äbn groade off där äSZätt Hombädsch. Ansonsdn wird iberoall gäschriem, doas däs Brogramm gnabb ausfälld. Dä Mädchn machn sisch Gädangn ums Värhäldnis vom Obämä und Frau Märgl. Välleischd gibbds och goar geens.

[ T r a n s l a t i o n : 1 Tag noch - oder alle drehen durch! Die Nachrichtenlage wird immer verworrener, wie könnte es auch anders sein. Gestern haben Reporter der SZ noch zwei Limousinen des US-Präsidenten durch die Gassen Dresdens fahren sehen, und Hubschrauber haben Starts und Landungen in Dresden geübt. Heute ist die Hiobsbotschaft, dass Obama nicht mehr die Frauenkirche besuchen wird. Das Programm wird immer weiter zusammengestrichen. Dabei machen sich die Medien lautstark Gedanken über das Verhältnis zwischen unserer Regierungschefin Angela Merkel und dem US-Präsidenten, wenn es denn überhaupt eines gibt. Ansonsten schwankt die Stadt zwischen Ausnahmezustand und ausgelassener Freude. Fahnen und Wimpel flattern im heute etwas kühlen Wind. Überall stehen schon Absperrzäune, durch die sich muntere Touristenvölker zwängen,  um heute noch einen Blick auf historische Anlagen in der Dresdner Stadt werfen zu können. Morgen um 3 Uhr gelten die Sicherheitszonen und damit ihre Zutrittsbeschränkungen. Hotels sind ausgebucht, dies ist insbesondere dem großen administrativen Gefolge Obamas und Medienvertretern geschuldet die für guten Umsatz auf Seiten der Bettenburgen sorgen.]


2 Dache… mir gönn’s ni ärwardn!

Nu is äs raus: In zwee Dachn loandäd där US-Bräsidend mit der Är fors wann off’m Dräsdnor Fluchhafn. Abor dabei bleibd äs ni, zusädslisch sulln zähn Froachtmaschien und ä Flieschor mid Schurnalisdn in Dräsdn eindrudln. Noach Angunfd gähd äs dirägd ins Hodel Gembinsgi. Noach Angam von äNWeeZätonlein sull äs ä gleenes Weeßes Haus off Zeed sin mit gomblädd andror Moanschafd. Freidach gibd äs säggssche Guldur firn Obämä bävor är noach Thiring un Landschduhl ziehd. Däs gänaue Brogramm stähd noch ni fäsd.

[ T r a n s l a t i o n : 2 Tage noch - oder Spannung ohne Ende - Am Donnerstag wird US-Präsident Barack Obama auf dem Dresdner Flughafen eintreffen. Es bleibt jedoch nicht bei einer Maschine, der Air Force One. Gleich ein ganzes Dutzend Fluggeräte wird den Flughafen bevölkern. Davon 10 Frachtmaschinen und eine Flugzeug vollgestopft mit Journalisten, die den US-Präsidenten auf seiner Reise begleiten. Nach seiner Ankunft soll der Präsident direkt in sein Hotel geleitet werden. Das Hotel wird nach Angaben der NWZonline zu einem zweiten Weißen Haus (für kurze Zeit) - mit komplett anderer Besetzung der Mannschaft seines Aufenthalts. Am Freitag steht dann das Kulturprogramm mit Besuch der Frauenkirche im Programm, bevor es für den Präsidenten weiter nach Thüringen und Landstuhl (Rheinland-Pfalz) geht.]


Vor 4 gommd 3 … also 3 Dache noch…

Däs Brogramm fir dän Obämä-Bäsuch stähd fäsd. Dä Zeed is gnabb bämässn, däsdorweeschn werds wull och kee Boad gäm – also mir meen doas in dor Mänge. Dä Frau Märgl wird midm Obämä in Dräsdn schbräschn un nä Brässegonfäräns sulls och gäm. Am Freidach gähd’s dann fix weidor noach Thiring, och hier fälld was flach, nämsch där Bäsuch von Weimar. Stähd zumindsd bei äMDeeäR onlein. In eegner Sache: gäsdorn bäsachdn Ganal eingeschaldäd? Mir warn im Färnsähn – also ni alle, ä Teel unsrer mährärä hundord Millchonen Leide umfassndn Redagdsion;)

[T r a n s l a t i o n : Vor 4 kommt 3 - also 3 Tage noch -Das Programmm für den Besuch des US-Präsdenten Barack Obama soll endgültig feststehen. Der Zeitplan ist straff kalkuliert. Für ein Bad in der Dresdner Menge wird keine Zeit bleiben, schreibt der MDR auf seiner Online-Präsenz. Bundeskanzlerin Angela Merkel wird mit dem US-Präsidenten in Dresden zu einem Gespräch zusammentreffen. Beide werden danach gemeinsam eine Pressekonferenz abhalten. Auch auf dem Weg in die Gedenkstätte des KZ Buchenwald wird Merkel den Besuch begleiten. Dem straffen Zeiplan sei auch ein Besuch OBamas in der Weimarer Innenstadt zum Opfer gefallen, ist dem Bericht des MDR zu entnehmen. In eigner Sache: Gestern war ein Teil unserer Redaktion im MDR zu bewundern. Der Inhalt steht zurzeit auch für Interessierte auf der Seite des MDR in der Rubrik Mediathek zum Ansehen bereit.]